Die Thailänder glauben selbst an das schlechte Sextourismus Image

24.06.2017

Die Thailänder glauben selbst an das schlechte Sextourismus Image Eine Umfrage in Thailands Hauptstadt Bangkok hat gezeigt, dass sich die thailändische Bevölkerung selbst mehrheitlich des Images bewusst ist, im Ausland als Zentrum und Hochburg des Sextourismus zu gelten. Das schlägt sich auch auf die Einstellung zur Prostitution nieder. Die Ausländer würden schließlich nichts anderes erwarten als zur Prostitution bereite Einheimische. Knapp 60 Prozent der Befragten vertraten diese Meinung, ganze 13 Prozent waren unsicher und etwas weniger als 30 Prozent sagten, sie wüssten nicht, ob Thailand im Ausland so ein Image habe. Die Umfrage wurde am 26. und 28. April diesen Jahres durchgeführt und die Ergebnisse wurden wenige Tage später veröffentlicht.

Durchgeführt wurde die Umfrage von der Bansomdejchaopraya Rajabhat Universität Bangkok. Insgesamt wurden knapp 1.160 Personen zu ihrer Meinung befragt. Die Fragen der Wissenschaftler bezogen sich auf Sexskandale in Thailand und auf Kommentare über Orte wie Bangkok, Phuket und Pattaya in ausländischen Medien und auf Internetplattformen. Die Befragten waren mehrheitlich der Meinung, dass der Sexhandel in den genannten Touristenhochburgen aus dem traditionellen Umfeld immer mehr ins Internet verlagert wird. Über 60 Prozent der Befragten sprachen davon, Beweise für den Sexhandel im Internet schon mehrfach mit eigenen Augen gesehen zu haben.

Von offizieller Seite existieren in Thailand weder Prostitution noch Sexhandel. Gesetze zu Regelung und Eindämmung der Prostitution gebe es zwar, aber diese greifen nicht. Der illegale Handel mit Sex blühe in Thailand weitgehend ungehindert. Von über 50 Prozent der befragten Personen wurde die Forderung laut, dem Sexhandel im Internet endlich mit gesetzlichen Mitteln entgegen zu treten. Die Regierung könne sich dafür ohne weiteres auf Artikel 44 des Grundgesetzes berufen. Etwas weniger als 50 Prozent waren der Ansicht, dass Thailand nicht wirklich bereit ist, dem Sexhandel sein Fundament zu entziehen. Weniger als 35 Prozent sprachen sich für eine Legalisierung der Prostitution aus.

Mehr als 50 Prozent der Befragten waren sich darüber bewusst, dass Prostitution und Handel mit sexuellen Dienstleistungen in Thailand existieren. Eine Mehrheit der Bevölkerung betrachtet die Prostitution als unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor. Das gelte vor allem für die Hauptstadt und die Touristenhochburgen. Sehr verbreitet sei der Handel mit sexuellen Dienstleistungen vor allem in Bars, Cafes und Karaoke-Bars. Selbst in traditionellen Massage-Salons werden in der Mehrheit aller Einrichtungen auch sexuelle Dienstleistungen wie erotische Massagen bis hin zur Prostitution angeboten. Auch unzählige Anzeigen und Inserate im Internet sprechen Bände darüber, wie das Geschäft mit der käuflichen Liebe boomt und nicht einmal im Verborgenen abgewickelt wird.

Über 60 Prozent aller interviewten Bangkoker Bürger betrachteten die Verlagerung des Handels mit sexuellen Dienstleistungen vom Straßenstrich ins Internet als unumstößliche Wahrheit. Mit der Verlagerung des käuflichen Sex ins Internet wurde das Gewerbe zusätzlich Auftrieb bekommen und sich noch rasanter entwickeln. Die Interviewer stellten den Probanden auch die Frage, warum sie glaubten dass sich so viele Thailänder auf das Geschäft mit der käuflichen Liebe einließen und selbst bereit seien, sich zu prostituieren. Etwa 30 Prozent der Befragten sahen die Ursache hierfür in den prekären ökonomischen Verhältnissen, die viele Thailänder zur Prostitution regelrecht zwingen würde.

Etwa ein Viertel der befragten Personen waren der Meinung, dass viele Prostituierte mehr oder weniger in dieses Geschäft hinein rutschen würden. Nicht selten würden junge Menschen auch zur Prostitution gezwungen. Die Hauptursache für die Prostitution überhaupt sei die tiefe Armut in vielen thailändischen Familien, glaubten etwas mehr als 20 Prozent. Um die 12 Prozent jedoch machten Gier und Konsum für die florierende Prostitution verantwortlich.

 
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